Josef Speth

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Bilder- und Skulpturenausstellung am 19.4.2008 im Dorfwiesenhaus Schneeberg












Skulpturen von Josef Speth

Schneeberg. Zwei Schneeberger, Maria Kreuzer und Josef Speth, zeigen ihre neue Arbeiten im Dorfwiesenhaus. Am Samstag, 19. April, um 19.30 Uhr stellt Helmut Lang (Miltenberg) die ausgestellten Werke vor. "Lachen - trotz alledem" heißt die humorvolle Literaturlesung von Dr. Heinz Linduschka (Gedichte und Prosa von Mascha Kaleko und Robert Gernhardt), die den Abend bereichert. Die musikalische Umrahmung übernehmen Annabelle Speth (Schneeberg) und Hermann Trunk (Breitenbuch). Die Ausstellung mit Bildern von Maria Kreuzer und Skulpturen von Josef Speth ist am Sonntag, 20. April, von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die Künstler sind anwesend. Der Eintritt ist frei.

 

[Quelle: Untermain Online News 17.07.2008]

 

Schneeberger Kultur schlägt Berliner Pokalfinale

Dorfwiesenhaus: Stimmungsvolle Feier mit unterhaltsamem Programm anlässlich des dreijährigen Bestehens - Drei literarische Kurzlesungen

SCHNEEBERG. »Das Dorfwiesenhaus hat sich in jeder Hinsicht bewährt.« Bürgermeister Erich Kuhn war die Begeisterung bei der Feier zum dreijährigen Bestehen des Hauses anzumerken. Gut 100 Zuhörer gaben die Antwort auf Kuhns Frage »Fußball oder Kultur?« auf ihre Weise: Sie hatten die 90-minütige Veranstaltung mit Bildern, Texten und Musik dem DFB-Pokaiflnale vorgezogen.
Der große Saal des Dorfwiesenhauses hatte sich in eine lichte, großzügige Galerie verwandelt. Elf Skulpturen Josef Speths und 33 Bilder von Maria Kreuzer - Schneeberger Künstler, die sich weit über die Grenzen ihres Orts einen guten Namen gemacht haben - waren zu sehen und fanden besonders in der Pause und nach dem Ende der Veranstaltung große Aufmerksamkeit.
Der Grund: Hellmut Lang hatte einfühlsam und konzentriert die Werke beider Künstler vorgestellt und charakterisiert. Maria Kreuzers Bilder seien keine »konstruierten Kopfgeburten«, sondern künstlerische Umsetzungen von Gefühlen und Stimmungen. »Es fällt mir schwer, diese Malerei abstrakt zu nennen«, bekannte Lang und ging sensibel auf einzelne Bilder ein, wie auf den »Ikarus, der noch im Flug« ist, auf die Arche Noah, die »schemenhaft aus den Fluten auftaucht«, auf Arbeiten mit »dunklerer Stimmung« und auf die heilen Aquarelle, die »wie Blumensträuße wirkten. Maria Kreuzer überlasse dem Betrachter viele Interpretationsmöglichkeiten.

Überhaupt nicht zeitgebunden
Das gelte auch für die Skulpturen Josef Speths. Er stilisiere mit seiner stillen, sicheren Ästhetik das Menschenbild künstlerisch, lasse sich von den Materialien anregen und spiele mit ihnen. Seine Plastiken seien überhaupt nicht zeitgebunden, man könne sie als uralt, aber auch als ganz modern empfinden. Drei literarische Kurzlesungen (Anm. des webmasters: gelesen von Heinz Linduschka) stellten drei Autoren vor, die in ihrem Leben und Werk das Abendmotto »Lachen - trotz alledem« verkörpern. Mascha Kaleko schuf wunderbar leichte und elegante Lyrik - trotz ihres schweren Schicksals als Emigrantin. die schließlich einsam und isoliert in Zürich starb. Und Robert Gemhardt beweist in seinem Werk immer wieder. wie souverän man mit existentiellen Erfahrungen wie Krankheit und Todesangst umgehen kann, gespiegelt beispielsweise in seinem berühmten Gedicht »Ach«, das mit den Zeilen beginnt: »Ach, noch in der letzten Stunde / werde ich verbindlich sein. / Klopft der Tod an meine Türe, / rufe ich geschwind: Herein!« Viel Beifall bekam auch der fiktive Brief des Thommie Bayer »Liebe Frauen«, eine noch ungedruckte locker-selbstironische Auseinandersetzung des Esslinger Dichters mit dem sogenannten Geschlechterkampf.
Bayer, der - passend zum Thema des Abends - auch als Maler und als Musiker bekannt geworden ist, wurde zuletzt mit seinem Roman »Eine kurze Geschichte vom Glück« bekannt und ist vor wenigen Wochen mit großem Erfolg beim »Literarischen Quartett« am Elsenfelder Julius-Echter-Gymnasium aufgetreten. Da fehlte nur noch die Musik, um die 90 Minuten zu einem Gesamtkunstwerk werden zu lassen. Und die lieferte Annabelle Speth aus Schneeberg und Hermann Trunk aus Breitenbuch. Mit Klavier und Querflöte umrahmten sie harmonisch und stimmungsvoll Texte und Bilder mit Musik von Händel und Mozart, aber auch mit modernen Klängen wie Elton Johns »Can you feel the love tonight«.
Kultur hat in Schneeberg Dorfwiesenhaus offensichtlich eine Heimat gefunden. Hätte sonst der Marktgemeinderat ebenfalls auf den Fußball verzichtet und für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt?

Heinz Linduschka   [Quelle: Bote vom Untermain, 22. April 2008]

   
   
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