Josef Speth

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In kreativer Harmonie

Bilder und Skulpturen von Maria Kreuzer und Josef Speth im WIKA-Foyer

KLINGENBERG-TRENNFURT. Wer sich bisher nicht vorstellen konnte, dass moderne, abstrakte Malerei und Bildhauerei - gerade wenn sie in Kombination präsentiert werden - ein verblüffend harmonisches Gesamtbild abgeben können, sollte unbedingt bis zum 30. März kommenden Jahres das Foyer der Wika-Hauptverwaltung besuchen. Und noch eines wird beim Gang durchs großzügige Foyer deutlich: Harmonie hat überhaupt nichts mit Langeweile zu tun und wirkt alles andere als altmodisch - im Gegenteil.


Einige Gemeinsamkeiten


So manche Gemeinsamkeit gibt es zwischen der Malerin Maria Kreuzer und dem bildenden Künstler Josef Späth. Zum einen wohnen beide seit Jahrzehnten in Schneeberg - für Insider seit langem so etwas wie ein heimliches Künstlerdorf mit einer verblüffend großen Zahl Kunstinteressierter - wozu dort auch die Kommunalpolitiker gehören. Zum anderen verbindet auch die Einstellung zum künstlerischen Entstehungsprozess Speth und Kreuzer, der hohe Stellenwert, den die Kunst und die Kreativität einnehmen.
Maria Kreuzer, vor neun Jahren mit dem Kunstpreis der Stadt Amorbach ausgezeichnet und seit langem gerne gesehene Teilnehmerin renommierter Ausstellungen, ist einer großen Zahl von Menschen vor allem als Galeristin bekannt geworden. 26 ihrer Bilder sind im Foyer zu sehen, Werke aus den vergangenen zwei Jahren, die einen überzeugenden Beweis von der malerischen Entwicklung der Maria Kreuzer ablegen.
Ölgemälde auf Papier und Leinwand, Pastellobjekte, Bilder mit Titeln wie Bergmotiv oder Ikarus, meist aber ohne Titel, so dass beim Betrachten genau das passieren kann, worauf es Maria Kreuzer vor allem ankommt: Die Phantasie der Betrachter anregen, im Kopf ein inneres Bild ab- und wachzurufen. »Meine Malerei ist und bleibt sinnliche Aktion«, sagt sie, und jeder ist aufgerufen, diese sinnliche Aktion nachzuerleben.
Die Bilder verbinden sich auf verblüffende Art und Weise mit den Skulpturen Speths zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk. So kann eine Ausstellung von zwei Künstlern aussehen, wenn sich die beiden seit langem kennen und bereit sind, sich ohne störende Selbstdarstellungsmechanismen aufeinander und auf die Werke des anderen einzulassen. Bei Josef Speths künstlerischem Arbeiten steht immer der Mensch im Zentrum - ob bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, ob bei den Motiven oder bei der Gestaltung: Wie bei der schmalen langen Holzskulptur, die sich zum Empfang und damit auch zum Licht hinwendet. Wie die Skulpturengruppe Begegnung, und die Metallskulpturen mit dem Strukturprinzip Positiv - Negativ, die den Treppenaufgang links und rechts einrahmen. Die Skulpturen verbinden sich mit Kreuzers Bildern zu rundum harmonischen Gesamtgebilden, farblich aufeinander bezogen und auch in der Formgestaltung kongenial aufeinander abgestimmt - eher zufällig, und ohne jede süßliche Harmoniesauce, sondern mit der Sperrigkeit und Ausdrucksstärke, die gute moderne Kunst auszeichnet. Das sollte sich kein Kunstfreund entgehen lassen.

 

Heinz Linduschka   [Quelle: Bote vom Untermain, 28. Oktober 2007]

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