Josef Speths Werkstatt - Galerie

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Kunst wäscht Alltags-Staub von der Seele
Ausstellung zeigt Keramik und Schmuck im Alten Rathaus Großheubach  

Kreis Miltenberg. Wieder einmal verwandelt sich das Alte Rathaus Großheubach für einige Wochen zu einer Kunstgalerie. Dass das Rathaus »nicht von Christo verhüllt« wurde, sondern wegen der Renovierungsarbeiten eingerüstet wurde, »damit es wieder glänzt wie im Jahr 1612«, verriet Bürgermeister Günther Oettinger in seiner launigen Eröffnungsrede. Er zitierte Pablo Picasso mit dem Satz »Die Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele« und lobte die Gemeinderätin und Ausstellungsmacherin Ute Wirl als »einsame Kämpferin für Kunst und Kultur.
Ausführlicher und sehr persönlich präsentierte die Kulturreferentin des Landkreises Gaby Schmidt die »Stars« des Abends den zahlreichen Vernissagegästen. Dorothee Becker, vor 31 Jahren in Wertheim geboren, machte 1992 am Johannes-Butzbach-Gymnasium ihr Abitur und ließ sich zur »staatlich geprüften Schmuckgestalterin« ausbilden. Eine Lehre als Goldschmiedin schloss sich an und seit einigen Jahren präsentiert sie ihre Arbeiten in ihrer Werkstatt in Miltenbergs Fischergasse. 
»Eine klare Linie« bescheinigte die Laudatorin der Künstlerin, die sich selbst nicht als Künstlerin fühle. „Aber für mich sind sie das, ein Rohdiamant", bekannte Schmidt. Dorothee Becker bringe sich in ihre Schmuckstücke ein, zeige viel handwerkliches Geschick, viel Geduld, und beweise in ihren Arbeiten aus Silber und Weißgold, auch in den Kombinationen von Metall mit Stein, mit Holz oder mit Filz immer eine eigene Linie.
»Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft«, schätzt Schmidt am zweiten Künstler des Abends, an Josef Speth. Auf den Lehrer aus Schneeberg sei »immer Verlass«, er habe in seiner kreativen Arbeit mit Kindern, als langjähriges Jurymitglied beim Jugendkulturpreis und als Mitinitiator des »Kunstnetzes« sein Engagement für die Kultur im Landkreis immer wieder bewiesen und präsentiere in Großheubach kleinere Arbeiten aus Keramik. Thema seiner Objekte, die oft auch aus Holz und Stahl gefertigt werden, sei stets der Mensch. Das Leben stellt Speth häufig als Balanceakt dar, die Beziehung der Menschen zueinander ist das Thema vieler Arbeiten. Im Laufe der letzten Jahre haben, so Schmidt, die Stilisierung der Figuren erkennbar zugenommen, es sei ein Zug hin zu wachsender Abstrahierung festzustellen. 


Josef Speth und Dorothee Becker stellen ihre Werke - Skulpturen und Schmuck - im ersten Stock des Alten Rathauses Großheubachs aus.

»Für Josef Speth ist die Natur der beste Künstler«, formulierte Gaby Schmidt, die anschließend die Objekte des 51-Jährigen kurz vorstellte. 
Nach einer knappen Stunde war die Vernissage beendet, die stimmungsvoll und einfühlsam von Barbara Klieber und Heike Oberle durch Klavierstücke zu vier Händen von Johannes Brahms und Anton Dvorak umrahmt wurde.

Heinz Linduschka   [Quelle: Bote vom Untermain, 06.09. 2004]

 

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