Josef Speth

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Kunst nahe bringen
Josef Speth schafft »Kunst am Bau« für Dorfwiesenhaus

SCHNEEBERG. Eineinhalb Jahre lang plante und arbeitete Josef Speth, bezog die Architekten, den Bürgermeister und den Bauausschuss des Gemeinderats intensiv mit ein, und am Tag der Einweihung des Dorfwiesenhauses in Schneeberg war es so weit: Die Kunstwerke des einheimischen Künstlers waren vollendet, mit viel handwerklicher Akribie installiert und warteten auf die Besucher.

Speth hatte sich die Aufgabe nicht leicht gemacht. Seine Vorüberlegungen bezogen auch Gedanken über die Funktion von Kunst im öffentlichen Raum mit ein, überdachten die Mischung von gefälligem Aussehen, schmückender Wirkung, aber auch das Ziel, zum Nachdenken anzuregen, auf ein Problem hinweisen, vielleicht sogar im besten Sinn aufrütteln und provozieren.

Hermann Hesses Sätze sind für Speth so etwas wie eine Richtschnur gewesen: »Ob die Kunst und das Schöne den Menschen wirklich zu bessern und zu stärken vermögen, sei dahingestellt. Zumindest erinnern sie uns, gleich dem Sternenhimmel, an das Licht, an die Idee der Ordnung, der Harmonie, des >Sinnes im Chaos<.« Die Kunstwerke Speths setzen einen ganz wichtigen Akzent im insgesamt gut gelungenen Neubau, der ein Beweis für funktionierendes Gemeinschaftsleben ist.

Drei lebensgroße Skulpturen aus Eisenguss vor dem Eingang stellen zwei Menschen im Dialog dar und einen, der sich auf den Weg ins Gebäude macht, eine Zweier- und eine Dreiergruppe im Foyer sind aus Buchenholz geschaffen, kommunizieren selbst und regen Benutzer des Foyers und Besucher zum Gespräch an. Ein Relief im Vereinshaus aus Schwarzstahl interpretiert der Künstler selbst: »Besucher des Vereinshauses lösen sich aus ihrem privaten Hintergrund, treffen sich mit anderen Vereinsmitgliedern zu vereinsinternen Terminen, kommunizieren, haben Gemeinschaft für begrenzte Zeit und treten wieder zurück in ihr individuelles Leben.«
Dazu kommen noch fünf Kreuze für einzelne Räume aus strukturierter Naturschieferplatte gewachst und Edelstahlrohren poliert. Den Entstehungsprozess und viele Modelle präsentierte Speth anschaulich auf einer Tafel im Vereinshaus. Das künstlerische Konzept lässt sich mit den Begriffen »Begegnung - Gemeinschaft - Gespräch« zusammenfassen, ein Motto, das sich auch wie ein roter Faden durch die Reden bei der Eröffnungsfeier zog. Dabei begeisterte vor allem die renommierte Künstlerin Gabriele von Lutzau, die in ihrer Ansprache Allgemeingültiges über »Kunst am Bau« mit persönlich geprägten Aussagen über die Kunstwerke Josef Speths verband. 


Gelungene Kunstwerke präsentierte Josef Speth anlässlich der Einweihung des Schneeberger Dorfwiesenhauses am Samstag. Drei lebensgroße Skulpturen aus Eisenguss vor dem Eingang des Neubaus stellen zwei Menschen im Dialog dar und einen, der sich auf den Weg ins Gebäude macht.

»Kunst am Bau öffnet Türen, auch Türen im Kopf« formulierte sie und wies mit einem Lächeln darauf hin, dass es moderne, abstrakte Kunst im »eher konservativen Schneeberg« nicht ganz so einfach habe.
Speth habe den richtigen Weg gefunden, eine »gemäßigte Reduktion«, durch die Betrachter nicht abgeschreckt würden, mit der der Künstler aber auch seine eigene Handschrift nicht aufgegeben habe. »Die Kunstwerke fügen sich harmonisch ein, stehen nicht auf einem Sockel, sondern Auge in Auge mit dem Betrachter«, sagte Lutzau. Die Kunstwerke träten »als Gast, bereit zum Dialog« auf und erfüllten zwei wesentliche Voraussetzungen geradezu ideal: »Kunst dem Menschen nahe bringen« und die »Reduzierung auf das Wesentliche«. Fast schon unterkühlt, aber mit erkennbarer Sympathie: »Dieses Produkt führt alle zusammen.« In Speths Worten lautet diese Konzeption ganz ähnlich: Planen und Arbeiten seien ein »Spagat zwischen meinem eigenen Empfinden und dem (angenommenen und unterstellten) Kunstempfinden der Besucher / Betrachter / Nutzer dieser öffentlichen Räume«. Die Eröffnungsfeier machte schnell klar: Das ist Josef Speth rundum gelungen.

Heinz Linduschka [Quelle: Bote vom Untermain, 18.April 2005]

 

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