Josef Speths Werkstatt - Galerie

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Fragmentarisches Abbild aller plastischen Möglichkeiten
»Kunstpreis Odenwald« erstmals vergeben - Ausstellung  in Mosbach zeigt 29 Werke von 21 Künstlern


Mosbach/Miltenberg. So sieht eine gelungene Premiere aus! Vor zahlreichen Besuchern ist am Sonntagmorgen zum ersten Mal der »Kunstpreis Odenwald« für plastische Arbeiten vergeben worden. 77 Künstler hatten sich mit 140 Werken um diese Auszeichnung der Landkreise Odenwald, Neckar-Odenwald und Miltenberg beworden.

Detlef Piepenburg, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, skizzierte den langen Weg, der zu diesem Ziel führte: Das »Treffen am Dreiländerstein« vor fünf Jahren habe die fruchtbare Zusammenarbeit der drei Landkreise eingeläutet. Das gemeinsame Kunstprojekt und das Ausloben des Skulpturenpreises sei sichtbarer Ausdruck dafür, dass die Zusammenarbeit erfreulich erfolgreich verlaufen sei. »Gemeinsam sind wir stark«, formulierte Papenburg. Der Kunstpreis 2003 ist ganz offensichtlich Teil dieser Erfolgsstory: 77 Künstler haben sich mit 140 Werken um eine Teilnahme beworben, 21 Künstler mit insgesamt 29 Werken haben schließlich die hohe Hürde übersprungen, die von einer hochrangigen Fachjury mit neun Juroren, drei aus jedem Landkreis, errichtet worden war.
Diane Thau, Kunsthistorikerin und Journalistin aus Würzburg, fand in ihrer fachkundigen und engagierten Laudatio für alle 21 Künstler Worte der Anerkennung und stellte die Werke der drei Preisträger ausführlich vor.
Der erste Preis, dotiert mit 4000 Euro, ging an Hedi Schwöbel aus Kochelshütte im Odenwaldkreis. Die freischaffende Keramikerin, derzeit mit einem Landesstipendium in Paris tätig, erhielt die Auszeichnung für ihre Installation »Über das Dunkle«; neun dunkle, eiförmige Objekte aus handgeschöpftem Papier, Wachs und Pigmenten. »Lichte Transparenz umhüllt diese dunklen Gebilde«, sagte Thau über die Installation, die in Mosbach in einer verkleinerten Ausführung zu sehen ist.
Der zweite Preis mit 2000 Euro ging ebenfalls an eine Frau, an Ulrike Thiele aus Mosbach. Die Schmuck- und Gerätedesignerin, die seit 1987 eine eigene Werkstatt betreibt, wurde für ihr »Wand-Boden-Objekt« aus dem Jahr 2003 ausgezeichnet, ein - so Thau - »vibrierendes Spannungsobjekt« - »fragil und kraftvoll« - aus kontrastreichen Materialien, der harten Metallschranke und weichem Kunststoff, ein Werk, in dem die Bedeutung des Materials und der erkennbare Formwille eine glückliche Synthese eingegangen seien.
Der dritte Preis mit 1500 Euro ging in den Landkreis Miltenberg. Winfried Becker, 1966 in Erlenbach geboren, absolvierte nach seiner Ausbildung als Zahntechniker ein Architektur-Studium und schafft Werke, die - so die Kunsthistorikerin - »jenseits des Abstrakten« angesiedelt seien. Seine Eisengussplastik »Der Weg des Hasen«, hergestellt im traditionellen Wachsausschmelzverfahren, arbeite das „Typische des Tieres« heraus und kontrastiere es mit »Witz und Nachdenklichkeit des menschlichen Ausdrucks«. Miltenbergs Landrat Roland Schwing und Kulturreferentin Gaby Schmitt zeigen sich sehr erfreut über den Erfolg Beckers, der einer der Jugendkulturpreisträger des Landkreises ist – wohl ein Beleg für die erfolgreiche Kunstförderung am Untermain. Immerhin elf der 21 angenommenen Künstler kommen aus dem Landkreis Miltenberg, und alle wurden von Diane Thau lobend erwähnt, ob es sich beispielsweise um Konrad Franz, um Josef Speth, um Anja Jungkunz oder um Karin Laumeister handelte.
Nach einer guten Stunde  war die gelungene Präsentation ausgezeichneter Skulpturen zu Ende, eine Präsentation, die das breite Spektrum plastischen Schaffens im 20. Jahrhundert spiegelt. »Die Ausstellung ist ein fragmentarisches Abbild aller Möglichkeiten« urteilte Thau, nachdem sie zuvor Plastik von Kubismus und Futurismus bis hin zu Popart und Installationskunst skizziert hatte.
Stilvoll eingerahmt durch Gitarrenmusik des jungen Benedikt Weis von der Musikschule Mosbach und abgeschlossen durch kurze Dankesworte der drei Preisträger endete die Eröffnungsveranstaltung.

Heinz Linduschka  [Quelle: Bote vom Untermain, 20. Juni 2003]

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Kunst überwindet Landkreisgrenzen
Ausstellung »Kunstpreis Odenwald« in Hausens Alter Dorfkirche eröffnet

Kreis Miltenberg. Das kreative Potenzial bayerischer, badischer und hessischer Künstler will der »Kunstpreis Odenwald« nutzen und anspornen. Erstmals hatten die drei Landkreise des Drei-Länder-Ecks den Preis für den Bereich plastisches Gestalten ausgeschrieben. Seit Sonntag sind die Werke von Künstlern aus dem Odenwaldkreis, dem Neckar-Odenwald-Kreis und dem Landkreis Miltenberg in der Alten Dorfkirche in Hausen zu sehen.
Landrat Roland Schwing hob in seiner Begrüßungsrede den Preis und die mit ihm verbundene Wanderausstellung als Beitrag zur Überwindung von politischen Grenzen hervor. Sie sei ein Beleg dafür, »dass die Landkreise trotz enger werdender finanzieller Spielräume Kultur und Kunst hochhalten und die Arbeit der Künstler zu schätzen wissen«.
Schwing erläuterte, dass sich aus den drei Landkreisen insgesamt 87 Künstlerinnen und Künstler beworben hätten, von denen eine Jury 21 Teilnehmer auswählte. Elf von ihnen kamen aus dem Landkreis Miltenberg. Ihre Namen: Winfried Becker, Silvia Erdem, Konrad Franz, Karl Valentin Hopf, Christoph Jakob, Anja Jungkuntz, Irmtraud Klug-Berninger, Marianne Knebel-Schiele, Karin Laumeister, Anne Seeger und Josef Speth. Einen besonderen Dank hatte der Landrat für Konrad Franz parat, der die Ausstellung in Hausen konzipiert hat. Ob Hausen tatsächlich zum »Mittelpunkt der Kunstszene« werden wird, mag noch offen bleiben, dass der Ort mit der Vermietung der Kirche an den renommierten Künstler Konrad Franz aber ein glückliches Händchen bewiesen hat, daran ließ Bürgermeister Manfred Schüßler keinen Zweifel. Er konnte sich über das Lob des Landrats freuen, der die Bemühungen der »kleinen Gemeinde« für Kunst und Kultur ausdrücklich würdigte.
Die drei Preise waren an Künstlerinnen und Künstler aus allen drei Landkreisen vergeben - ein »absoluter Zufall«, wie Landrat Schwing betonte. Diane Thau, Kunsthistorikerin und Journalistin aus Würzburg, würdigte in ihrer Laudatio die ausgestellten Objekte und ging vor allem auf die Exponate der Preisträger intensiv ein. [...]
Kongenial war die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung: Der 18-jährige Niedernberger Carlos Haas hat mit seiner Klarinette schon den Jugendkulturpreis des Landkreises Miltenberg und vor kurzem den zweiten Platz beim Bundesausscheid von »Jugend musiziert« erspielt. Technisch brillant und ausdrucksstark interpretierte er die modernen Kompositionen von Francis Poulenc und Bruno Bettinelli - Werke mit zum Teil ungewohnten Harmonien, die an die Zuhörer durchaus einige Anforderungen stellten.
»Viele Besucher und den Erfolg, den sie verdient« wünschte Landrat Roland Schwing der Ausstellung. Eine gute Resonanz könnte eine Garantie dafür bieten, dass auch in den nächsten Jahren der »Kunstpreis Odenwald« ausgeschrieben und vergeben wird. 

Heinz Linduschka [Quelle: Bote vom Untermain, 22. Juli 2003]

 

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